Eine gut funkionierende Heizung soll drei Dinge tun:
- zuverlässig eine gleichbleibende Temperatur herstellen
- wenig Energie verbrauchen und wenig Emissionen (CO2, Feinstaub etc.) ausstoßen
- lange halten
Denn es gibt eine zentrale Kennzahl: die Anzahl der Brennerstarts.
Man kann sagen:
Je seltener ihr Brenner startet, desto effizienter ist Ihre Heizung auf Ihre Räumlichkeiten eingestellt und desto länger hält sie.
Häufige Brenner-Starts, verbunden mit jeweils nur kurzen Heizzeiten, reduzieren die Lebensdauer erheblich.
Sie können auf eine schlecht eingestellte Anlage hinweisen.
Wie oft Ihr Brenner zum Nachfeuern anspringt, lesen Sie in Ihrer Heizungssteuerung oder direkt an der Kesselsteuerung ab.
Dort finden Sie auch Angaben zur Brenndauer und zu den Betriebsstunden.
Teilen Sie die angegebene Betriebsdauer durch die Anzahl der Brennerstarts.
Viel weniger als Faktor 0,5 (= Start alle 30 Minuten) sollte dabei möglichst nicht herauskommen.
Ihr Heizungssystem mit Brenner, Kessel, Umwälzpumpe und Speicher muss gut aufeinander abgestimmt werden.
Vor der Planung gibt es diese Fragen:
- Wie groß sind die zu beheizenden Räume? Welcher Heizbedarf, welche Heizlast ist für die Wohneinheit nötig?
Dazu wird (vom Energieberater, TGA-Planer oder Heizungsbauer) eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durchgeführt: - Wie ist die Qualität der baulichen Hülle (z.B. Dämmung, Fenster)?
- Ist bereits ein Warmwasser-Speicher vorhanden bzw. wird er benötigt?
- Wie groß muss dieser Speicher sein?
- Wird die herkömmliche Heizung unterstützt, etwa durch Solarthermie?
- Unterstützt diese Solarthermie nur die Warmwasser-Bereitung oder auch die Heizwasser-Erwärmung?
Bei zu häufigen Brennerstarts, bei generell zu heißen Heizkörpern oder bei störenden Strömungsgeräuschen kann zunächst schon ein Nachjustieren in Ihrer Heizungssteuerung helfen.
Beispiel: Eine Fußbodenheizung verhält sich beim Erwärmen und Abkühlen träger und hat darum eine andere Heizkurve als ein Flächenheizkörper.
Heizungsfachleute können die im Heizsystem hinterlegte Heizkurve anpassen.
Der Hydraulische Abgleich einer neuinstallierten, aber auch einer älteren Brennwert-Heizungsanlage durch Ihren Heizungsbauer ist eine dringende Empfehlung.
Bei Sanierungen im Rahmen von Förderprogrammen (BEG Einzelmaßnahme, KfW-Effizienzhaus) ist seine dokumentierte Durchführung sogar Pflicht.
Ohne Hydraulischen Abgleich – eine Maßnahme, die zu den Heizungsoptimierungen gehört – kann passieren, dass zu hoch erhitztes Heizwasser einen Heizkörper, der nicht weit des Brennkessels betrieben wird, sehr unregelmäßig oder zu stark erwärmt – etwa von Fastverbrühen oben am Zulauf bis zu beinahe kühl am Rücklauf, während ein entfernterer Heizkörper etwa im Stockwerk drüber nur lauwarm wird. Gleichzeitig kann die Heizungs-Taktung erhöht sein, das heißt, der Brenner springt unnötig häufig an.
Ziel ist des Abgleiches ist, dass eine Heizungsanlage einen höheren Wirkungsgrad erzielt. Die Beheizungstemperatur sowie die Durchströmung sollen damit so optimiert werden, dass die Heizung alle Heizkörper gleichmäßig und ausreichend erwärmt.
Fachbetriebe führen den Hydraulischen Abgleich mittels einer Software durch. Die gleichmäßige Durchströmung erreicht man durch Widerstände im Heizkreislauf. Regulierventile und Thermostate werden so eingestellt, dass sie den Durchfluss des Heizwassers örtlich mehr oder weniger stark begrenzen.
Gleichzeitig reduziert man die Vorlauftemperatur sowie die Größe und den Betrieb der druckgeregelten Umwälzpumpe. Das verringert den Energieverbrauch der Heizung.
Die Heizung kommt dann mit niedriger Temperatur aus und wird dennoch optimal durchströmt – und das zum Beispiel mit weniger Strömungs-Störgeräuschen als zuvor.
Dabei soll aber nicht erreicht werden, dass die einzelnen Heizkörper an jeder Stelle gleichmäßig heiß sind! Es ist vielmehr gewünscht, dass ein Heizkörper oben relativ warm und nach unten hin kühler wird – denn dann hat er seine Wärme passgenau an den Raum abgeben können.
Durch einen Hydraulischen Abgleich und eine niedrigere Vorlauftemperatur bleibt der Komfort gleich, die Einsparung liegt je nach Studie bei 5-15 %.
Der Hydraulische Abgleich von älteren Brennwertanlagen gehört zu den Maßnahmen im Rahmen der Heizunsgsoptimierung (also nicht Heizungssanierung, KfW-gefördert), die auf Antrag vom Bafa gefördert werden. Mehr Info finden Sie beim Bafa.
Vermutlich ist es Ihnen auch bekannt:
Die schlechte oder extrem unregelmäßige Erwärmung (abweichend von der gewünschten unregelmäßigen Erwärmung, s. Punkt 3 oben) eines Heizkörpers sowie störende Glucker- und Knackgeräusche können an Luft im Heizsystem liegen.
Eigentlich befindet sich nur Heizwasser im Rohrsystem, aber Luft kann selbst bei neueren Heizungen dennoch eindringen. Und Luft ist ein schlechter Wärmeträger.
Entlüften Sie darum den (oder besser gleich alle) Heizkörper, auch regelmäßig zu Beginn jeder Heizperiode. Das machen Sie üblicherweise am Zulauf/Thermostat der Heizkörper:
- Heizung anstellen und alle Heizkörper voll aufdrehen.
- Umwälzpumpe abstellen bzw. eigenen Heizkreis abstellen.
- 30 min warten, damit sich die Luft sammelt.
- Nun mit dem höchstgelegenen Heizkörper beginnen:
- Auffanggefäß unters Ventil halten, dann mit dem Entlüftungsschlüssel öffnen.
- Vorhandene Luft entweicht zischend.
- Sobald Wasser kommt, Ventil wieder schließen.
- Falls dabei viel Wasser entweicht, zum Schluss Wasser an der Heizung nachfüllen.