Heizungsoptimierung

Besser wissen!

Heizungsoptimierung ist Einstellungssache

Eine gut funkionierende Brennwert-Heizung soll drei Dinge tun:

  • zuverlässig eine gleichbleibende Temperatur herstellen
  • wenig Energie verbrauchen und
  • lange halten
Ob Ihre eigene Gasbrennwert-Heizung optimal eingestellt ist, können Sie auch als Laie beurteilen.

Denn es gibt eine zentrale Kennzahl: die Anzahl der Brennerstarts.

Man kann sagen:

Je seltener Ihr Brenner startet, desto länger hält Ihre Heizung.

Häufige Starts, verbunden mit nur kurzen Brennzeiten, reduzieren die Lebensdauer erheblich.
Sie können auf eine schlecht eingestellte Anlage hinweisen.

Wie oft Ihr Brenner zum Nachfeuern anspringt, lesen Sie in Ihrer Heizungssteuerung oder direkt an der Kesselsteuerung ab.
Dort finden Sie auch Angaben zur Brenndauer und zu den Betriebsstunden.

Teilen Sie die angegebene Betriebsdauer durch die Anzahl der Brennerstarts.
Viel weniger als Faktor 0,5 (= Start alle 30 Minuten) sollte dabei nicht herauskommen. 

Ihr Heizungssystem mit Brenner, Kessel, Umwälzpumpe und Speicher muss gut aufeinander abgestimmt werden.
Vor der Planung gibt es diese Fragen:

  • Wie groß ist der zu beheizende Raum? Welcher Heizbedarf, welche Heizlast ist nötig?
  • Wie ist die Qualität der baulichen Hülle (z.B. Dämmung, Fenster)?
  • Ist bereits ein Warmwasser-Speicher vorhanden bzw. wird er benötigt?
  • Wie groß muss dieser Speicher sein?
  • Wird die herkömmliche Heizung unterstützt, etwa durch Solarthermie?
  • Unterstützt diese Solarthermie nur die Warmwasser-Bereitung oder auch die Heizwasser-Erwärmung?

Bei zu häufigen Brennerstarts, bei generell zu heißen Heizkörpern oder bei störenden Strömungsgeräuschen kann zunächst schon ein Nachjustieren in Ihrer Heizungssteuerung helfen.
Beispiel: Eine Fußbodenheizung verhält sich beim Erwärmen und Abkühlen träger und hat darum eine andere Heizkurve als ein Flächenheizkörper.
Heizungsfachleute können die im Heizsystem hinterlegte Heizkurve anpassen.

Der Hydraulische Abgleich einer Brennwert-Heizungsanlage ist mittlerweile kein Hack mehr, sondern eine dringende Empfehlung.
Bei Sanierungen im Rahmen von Förderprogrammen (BEG Einzelmaßnahme, KfW-Effizienzhaus) ist seine dokumentierte Durchführung sogar Pflicht.

Ohne Hydraulischen Abgleich kann passieren, dass zu hoch erhitztes Heizwasser zum Beispiel einen Heizkörper nahe des Brennkessels sehr
unregelmäßig erwärmt – von Fastverbrühen oben am Zulauf bis zu beinahe kühl am Rücklauf, während ein entfernterer Heizkörper im Stockwerk drüber nur lauwarm wird. Gleichzeitig kann die Taktung erhöht sein, der Brenner springt unnötig häufig an.

Ziel ist, dass eine Heizungsanlage einen höheren Wirkungsgrad erzielt.
Fachbetriebe führen den Hydraulischen Abgleich mittels einer Software durch. Die gleichmäßige Durchströmung erreicht man durch Widerstände im Heizkreislauf. Regulierventile und Thermostate werden so eingestellt, dass sie den Durchfluss des Heizwassers örtlich mehr oder weniger stark begrenzen.
Gleichzeitig reduziert man die Vorlauftemperatur sowie die Größe und den Betrieb der druckgeregelten Umwälzpumpe. Das verringert den Energieverbrauch der Heizung.
Die Heizung kommt dann mit niedriger Temperatur aus und wird dennoch komplett gleichmäßig durchströmt – und mit weniger Strömungs-Störgeräuschen als zuvor.
Durch einen Hydraulischen Abgleich und eine niedrigere Vorlauftemperatur bleibt der Komfort gleich, die Einsparung liegt je nach Studie bei 5-15%.

Vermutlich auch bekannt:
Die schlechte oder unregelmäßige Erwärmung eines Heizkörpers sowie störende Glucker- und Knackgeräusche können an Luft im Heizsystem liegen.
Eigentlich befindet sich nur Heizwasser im Rohrsystem, aber Luft kann selbst bei neueren Heizungen dennoch eindringen. Und Luft ist ein schlechter Wärmeträger.
Entlüften Sie darum den (oder besser gleich alle) Heizkörper, auch regelmäßig zu Beginn jeder Heizperiode.blicherweise am Zulauf/Thermostat:

  1. Heizung anstellen und alle Heizkörper voll aufdrehen.
  2. Umwälzpumpe abstellen bzw. eigenen Heizkreis abstellen.
  3. 30 min warten, damit sich die Luft sammelt.
  4. Mit dem höchstgelegenen Heizkörper beginnen:
  5. Auffanggefäß unters Ventil halten, dann mit dem Entlüftungsschlüssel öffnen.
  6. Luft entweicht zischend.
  7. Sobald Wasser kommt, Ventil schließen.
  8. Falls viel Wasser entweicht, anschließend Wasser an der Heizung nachfüllen.