Heizungsgesetz

Besser wissen!

Gibt's doch gar nicht! - das "Heizungsgesetz"

Ein „Heizungsgesetz“, das 2024 den Sommer medial erhitzte, hat es nie gegeben.
Kein Politiker hatte damals vor, eine wirtschaftliche und tadellos funktionierende Heizung aus einem privaten Keller zu reißen.

Was es seit 2020 gibt – übrigens von der Unions-Regierung vor der Ampel zunächst viel strenger gestaltet –, ist das übergreifende GEG – Gebäude-Energie-Gesetz.

Ziel dieses Gesetzes: Gebäudehülle und -technik auf einen Stand zu bringen, der den aktuellen Erkenntnissen zur Energieeffizienz entspricht. So soll Klimaschutz optimiert werden, unter anderem weniger CO2 erzeugt und unsere endlichen Ressourcen geschont werden. In diesem Gesetz geht es auch, aber eben nicht nur, um die zeitgemäße Beheizung von Gebäuden.
Was Heizungen angeht, besagt das GEG – nach den Nachbesserungen der Ampel –, dass neue Heizungen bestimmten technischen Anforderungen entsprechen müssen. Das fordert auch die aktuelle Regierung weiterhin.
Die vielerorts üblichen älteren Niedertemperatur- oder Gasbrennwert-Heizungen dürfen aber weiter betrieben und auch repariert werden. Es gelten sogar Übergangsfristen, in denen eine irreparable Heizung durch Zwischenlösungen ersetzt werden darf.

Vergleichen wir die hitzige Diskussion mit dem Autokauf:
Falls Sie Besitzer eines 29-jährigen Oldtimers sind, dann dürfen Sie damit herumfahren – und zwar trotz wenig PS bei hohem Verbrauch, ganz ohne ABS und ESP, und Sie dürfen sogar nicht-Katalysator-vorgereinigt die Feinstaub-Diesel-Wolke der 70er-Jahre verblasen. Sie dürfen Ihr altes Schätzchen auch durch Reparaturen instand halten, bis endgültig nichts mehr läuft.

Nach dem Aus für Ihren Oldtimer beschließen Sie, sich einen neuen Wagen zu kaufen. Und Sie werden nun akzeptieren, dass dieser neue Wagen den aktuellen Anforderungen entsprechen muss: Sein Feinstaubausstoß wird durch Normen begrenzt, das neue Auto verfügt auch „zwangsweise“ über elektronische Sicherheitssysteme und Sicherheitsgurte, weil sich deren überwiegender Nutzen erwiesen hat.

Ebenso verhält es sich mit dem Heizungstausch:
Eine Oldtimer-Heizung soll nicht durch eine ähnlich unwirtschaftliche, klimaschädigende Heiztechnik ersetzt werden. Sie sollten zeitgemäße, effizient arbeitende Technik einsetzen. Das ist gut für Ihren Geldbeutel und Ihren Wohnkomfort – und nebenbei gut für die Umwelt.

Es gibt tatsächlich auch Heizungs-Verbote im GEG:
Sehr alte Öl- und Gasheizungen, vor allem ohne Brennwert- oder Niedertemperaturtechnik, müssen spätestens 30 Jahre nach Inbetriebnahme ausgetauscht werden.
Und 2045 ist laut aktuellem GEG endgültig Schluss mit dem Heizen per fossilen Brennstoffen wie Öl und Erdgas. Dann muss also auch der im Zweifel noch funktionierende Gas-Brennwertkessel ersetzt werden, den jemand vorsichtshalber wegen der hitzigen Diskussion im Sommer 2024 geordert hat.

Wir sollten uns fragen,

  • ob eine noch betriebene, brennwerttechnikfreie Oldtimer-Anlage tatsächlich locker 30 Jahre durchhalten wird?
  • ob sich nach 30 Jahren des Betriebs solcher (Ur-)Altheizungen bzw. spätestens im Jahr 2045 eine dann zeitgemäße effizientere Heiztechnik nicht sowieso auszahlt?


Technisch zeitgemäßes Heizen liegt in Ihrem eigenen wirtschaftlichen Interesse:

  • Innovativere Heiztechnik setzt Energie wie Gas oder Strom effizienter ein. Sie verbrauchen dauerhaft weniger Energie.
  • Aktuelle Heiz- und Filtertechnik erzeugt weniger Feinstaub und benötigt weniger Energie, hat also einen geringeren CO2-Fußabdruck. Damit tragen Sie zum Klimaschutz bei.
  • Weniger CO2-Ausstoß bedeutet außerdem, dass Ihre CO2-Abgabe (= also ein Teil der Kosten, die Sie für die zum Heizen eingesetzte Energie zahlen müssen), geringer ausfällt.
    Dieser Preis für erzeugtes CO2 (= und damit dieser Kostenanteil) wird EU-weit und vielen anderen Staaten der Welt erhoben, und er wird in Zukunft steigen.
  • Außerdem zahlen Sie künftig mit Ihrer Gaserechnung höhere Netzentgelte für die Durchleitung von Gas – und zwar steigen diese Durchleitgebühren umso schneller, desto mehr andere Hausbesitzer aus der Gasnutzung aus- und auf alternative Heiztechnik umsteigen.
  • Bitte beachten Sie: Der Heizungseinbau oder der Ersatz einer kaputten Heizung waren schon immer sehr teuer. Das wird auch teuer bleiben, selbst wenn Sie auch Ihre nächste Heizung lieber mit Gas oder Öl betreiben wollen.
    Aber: Ihre Investition in aktuell anerkannte Heiztechnik wird – per weiter gültigem GEG aka “Heizungsgesetz” – öffentlich gefördert: Auch unter der Unions-SPD-Regierung übernimmt der Staat weiterhin bis zu 70% Ihrer Kosten für eine neue Heizung.  

Wir empfehlen Ihnen diese Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie:
energiewechsel.de